„Color Hunt“ Fototrend: Was hinter der Farbjagd steckt

Wer gerade durch Social Media scrollt, stolpert immer öfter über Fotoserien, die fast wie ein kleines Farb-Moodboard wirken: neun (oder mehr) Motive, alle in derselben Farbe, gesammelt auf einem Spaziergang. Genau das ist der Kern von „Color Hunt“ – einer spielerischen Foto-Challenge, bei der ein Farbton „gezogen“ (oder bewusst gewählt) wird und dann im Alltag „gejagt“ wird. Im Fokus stehen echte Fundstücke: Schaufenster-Details, Street-Art, Architektur-Akzente, Food, Verpackungen oder kleine Farbtupfer am Weg.

Spannend daran ist weniger das „perfekte“ Einzelbild als das Sehenlernen: Sobald der Kopf auf eine Farbe eingestellt ist, taucht sie plötzlich überall auf – und der Blick wird automatisch genauer.

Warum „Color Hunt“ fotografisch so gut funktioniert

Die Idee nutzt ein Prinzip, das auch aus monochromen Bildkonzepten bekannt ist: Eine dominante Farbe erzeugt sofort Zusammenhalt – selbst dann, wenn die Motive völlig unterschiedlich sind. In der Fotografie (und im Design) meint „monochrom“ nicht zwingend Schwarzweiß, sondern generell „ein Farbton in unterschiedlichen Abstufungen“.

„Color Hunt“ nachmachen: So gelingt die Challenge in der Praxis

Fürs Nachmachen braucht es keine besondere Ausrüstung – ein Smartphone reicht völlig. Entscheidend sind eher Rhythmus, Blick und ein bisschen Konsequenz.

Farbe wählen oder „ziehen“ – und ein klares Ziel setzen

Viele spielen „Color Hunt“ als Mini-Spiel: Eine Farbe wird fixiert und über einen Zeitraum (zum Beispiel ein Nachmittag, ein Wochenende oder eine Woche) gesammelt. Genau so wird es auch in Varianten beschrieben, bei denen die Farben in einer Reihenfolge „abgearbeitet“ und am Ende als Sammlung geteilt werden.

Motive sammeln statt „das eine“ perfekte Foto suchen

Der Trick ist, nicht zu lange zu zögern: lieber viele kleine Treffer sammeln. Besonders gut funktionieren:

  • große Farbflächen (Plakate, Türen, Wände)
  • wiederkehrende Alltagsobjekte (Becher, Fahrräder, Verpackungen)
  • Typo & Sticker (Schriftzüge, Logos, Labels)
  • Texturen (Stoff, Lack, Glas, Neon, Metall)

Der typische Look: 3×3-Grid und „eine Farbe, neun Funde“

Der Social-Media-Klassiker ist ein 3×3-Raster mit neun unterschiedlichen Motiven. Es gibt inzwischen sogar Apps, die genau dieses Prinzip als „9 Items finden, Grid exportieren“ beschreiben und direkt als Collage für Instagram/TikTok ausgeben.

Kleine Fototipps, die den Unterschied machen

Wer die Serie „ruhiger“ wirken lassen will, achtet beim Fotografieren auf zwei Dinge:

  • Licht konsistent halten: möglichst ähnliche Tageszeit oder ähnliche Lichtsituationen – das bringt die Serie optisch zusammen.
  • Quadratisch denken: schon beim Fotografieren grob an den späteren Quadrat-Crop denken, damit Motive nicht „abgeschnitten“ wirken.

graz.net Galerie: „PINK“ als „Color Hunt“ in Graz

Die graz.net-Redaktion hat den Trend als Fotostrecke aufgegriffen und „PINK“ gezogen. Laut Beitrag vom 13. Jänner 2026 stammen die Fundstücke aus der Innenstadt sowie aus Bereichen rund um Murpromenade, Mariahilfer Platz und Lendplatz.

  • Bild 1: Pinker Brush-Look als Street-Art-Schriftzug mit Herz und dem Wort „Schmusen“ – ein schneller Farbtreffer an der Wand.
  • Bild 2: Ein Fahrrad-Detail als Hingucker: kräftig pinkes Schutzblech vor winterlichem Straßenhintergrund.
  • Bild 3: Pinker Sticker auf Metall – Typo trifft Farbe, minimalistisch und sofort „on brand“.
  • Bild 4: Schaufenster-Fundstück in Pink: ein gehäkeltes Objekt, das mit Material und Farbe spielt.
  • Bild 5: Ein kuscheliges, gehäkeltes Tierchen in sattem Pink – Textur sorgt für zusätzlichen „Pop“.
  • Bild 6: Kunst im Dunkeln: hängende Bildtafeln mit pinken Leuchteffekten im Kontrast zu Blau/Violett.
  • Bild 7: Ein pinker Kasten im Straßenraum – Alltagsobjekt wird zur Farbfläche (inklusive Sticker-Schichten).
  • Bild 8: Infrastruktur, aber stylisch: ein pinker Handlauf, aufgenommen mit starker Tiefenunschärfe.
  • Bild 9: Durchs Glas gesehen: rosapinke Sitzflächen, die als weiche Farbformen wirken.

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